Erinnerungskultur

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Im November 2008 war die deutsch-italienische Historikerkommission anlässlich des deutsch-italienischen Gipfels in Triest eingesetzt worden, um gemeinsam die deutsch-italienische Kriegsvergangenheit aufzuarbeiten. Der Ende 2012 erschienene Abschlussbericht der Kommission, der besonders auch das Schicksal der ehemaligen italienischen Militärinternierten untersucht, enthält auch konkrete Empfehlungen zur Schaffung einer gemeinsamen Erinnerungskultur.

Zur Umsetzung der Empfehlungen richtete die Bundesregierung einen deutsch-italienischen Zukunftsfonds ein, aus dem Projekte finanziert werden. Diese werden in enger Zusammenarbeit mit dem italienischen Außenministerium ausgewählt. Auf dieser Seite stellen wir diese Projekte sowie weitere Initiativen vor.

Projekte des Zukunftsfonds zu den italienischen Militärinternierten

"Italienische Militärinternierte" (IMI) nannten die Deutschen die 600.000 italienischen Soldaten, die sich 1943 nach dem Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten weigerten, auf der Seite von Hitler und Mussolini den Krieg fortzusetzen. Diese Soldaten wurden festgenommen, in Lagern interniert, zur Arbeit gezwungen, und erlitten Hunger, Kälte und Krankheiten. Viele kehrten nie zurück. Der Zukunftsfonds ermöglicht das Gedenken und die Aufarbeitung ihres tragischen Schicksals durch die Online-Datenbank "Totengedenkbuch" und weitere Projekte in Deutschland und Italien.

Steinmeier gedenkt Wehrmachts-Massaker

Projekte des Zukunftsfonds zu deutschen Kriegsverbrechen

Ein Schwerpunkt bei der Umsetzung der Empfehlungen der Historikerkommission sind die sogenannten „Erinnerungsprojekte“ in den Gemeinden, die von den deutschen Kriegsverbrechen betroffen waren. Diese Verbrechen werden im Forschungsprojekt „Atlas der Gewalt“ erforscht und dokumentiert. Gemeinsam mit dem italienischen Außenministerium wählt die Botschaft die Projekte in den Gemeinden aus, stellt die Finanzmittel aus dem Zukunftsfonds bereit und begleitet die Projektpartner bei der Umsetzung. 

Veranstaltungen zur Erinnerungskultur

Im Rahmen des deutsch-italienischen Zukunftsfonds und darüber hinaus nehmen die deutschen Vertretungen und Organisationen viele Termine wahr, betreuen Projekte und Initiativen. Hier stellen wir sie Ihnen vor.

Rede des Außenministers Steinmeier bei der Eröffnung der IMI-Ausstellung in Berlin

Steinmeier und Gentiloni eröffnen die Ausstellung gemeinsam mit einem Zeitzeugen

Am 28.11.2016 weihte Außenminister Steinmeier gemeinsam mit seinem italienischen Amtskollegen Paolo Gentiloni und dem Zeitzeugen und heutigen ANRP-Vizepräsidenten Michele Montagano die Gedenkstätte für die italienischen Militärinternierten in Berlin-Niederschöneweide ein. Lesen Sie hier seine Rede.

Tag der Erinnerung in Conca della Campania

Am 1. November 2016 nahm Botschafterin Dr. Wasum-Rainer am Tag der Erinnerung in Conca della Campania teil. In dem Ort töteten deutsche Soldaten am 1. November 1943 39 Menschen. Die Botschafterin sprach beim Runden Tisch zum Thema „Le stragi naziste di Conca della Campania: l’impegno del governo tedesco nel processo di recupero della memoria e di riconciliazione fra i due Paesi“.

Deutsch-italienische Historikerkommission

Der Abschlußbericht der Deutsch-Italienischen Historikerkommission

Am 19.12.2013 nahm der damalige Außenminister Westerwelle in Rom mit seinem italienischen Amtskollegen Giulio Terzi den Abschlussbericht der deutsch-italienischen Historikerkommission entgegen...